Stimme Tasten und Saiten

sizilien Die erste Gelegenheit zum Vorspielen ergab sich auf einem Spinett nach Abschluss einer Übungsphase bei meiner ersten Klavierlehrerin in Hameln bei Frau Brumby. Eine kleine, liebenswerte, strenge, zielstrebige ältere Frau. Die kleinen Hefte für meine Hausaufgaben bewahr ich heute noch auf. Kleine Schätze ! Wie alt war ich damals, 8,9 ? Weit später bis heute ergaben sich immer wieder Gelegenheiten, in den verschiedensten Formationen, live aktiv zu bleiben. Seien es die Anfänge in den 7oern (Live – Anfangsversuche ), als Rockband mit eigenen Stücken. Mit sehr bescheidener, geliehener Ausrüstung und geliehenen Instrumenten. (Grundlegende Prinzipien für die Zusammenarbeit in einer Gruppe wurden mir wichtiger und deutlicher.) Oder sei es ein kurzfristiges Gitarrenduo mit einem damals sehr talentieren Gitarristen in Hameln, Bernd Bielefeld. (Bernd, wo treibst du dich bloß rum?)  Das war eher mein Ding. Instrumentals auf zwei Akustikgitarren .. hielt aber leider nicht lange. Schon, als ich mit meinem Bruder damals auf einem Spielplatz in der Nähe unseres elterlichen Hauses die ersten Beatles-,Stones-Singles tauschte, nahm das Nachahmen solcher Songs kein Ende. Deutschsprachige Musik interessierte mich mit einigen Ausnahmen damals nicht. ( Deutschen HipHop gabs erst seit den 9oern.., … später danach begann sich erst deutsche, gute Musik zu etablieren  –  Laith Al-     Deen, Mannheimer, Xavier Naidoo, Fanta4 ..)  aufzuchtKlein Aber von ihnen habe ich mich damals gerne beeinflussen und inspirieren lassen. Die Palette des Musikgeschmacks erweiterte sich. Mann, was war das spannend, vor dem Musikschrank mit dem Dual – 1o – Plattenwechsler zu liegen und mit soviel Stereo wie möglich Pink Floyd zu hören  . . tastenKleinHP Da ich seit dem 5./6. Lebensjahr ständig um das Klavier strich und es auch immer öfter benutzte, wurde das Interesse immer größer. Interesse, Lieblingssongs nachzuspielen kam natürlich erst später. Und dann der Wunsch, eigenes, ähnliches hinzukriegen. Mit viel Arbeit gab´s auch viele Fortschritte. Viel Wüste, wenn es um das Erforschen von Akkordzusammenhängen, Tonabständen ging-aber es lohnte sich. Ich profitier davon immer noch, durfte darauf ständig aufbauen .. was für ein wertvoller Anfang. Guter Klavierunterricht systematisierte das alles mehr und benannte viel ´Erhörtes´. Naja, die Vorbilder aus der Folgezeit wurden auch immer mehr: Kinks, Bee Gees, Small Faces, Humble Pie, Stooges, Fleetwood Mac, Nektar…später kam dann Musik aus dem klassischen Bereich dazu, Jazz-Einflüsse wurden interessant ( Django Reinhardt, Philip Catherine, Larry Coryell ), Rock-Jazz, Klassik-Rock ( Focus, Jan Akkermann, Nice, Exception .. )   Flamenco ( der leider, leider  im März ´14 verstorbene Paco de Lucia ) .. Ich begann, kleine Songs zu schreiben. Oder besser: Songteile. Erst voll mit Phrasen,Kopien, dann entfernt ähnelnd den Originalen meiner Helden von damals. Aber im Laufe der Jahre setzten sich immer mehr eigene Gedanken durch. Immer mehr der Wunsch, die eigene musikalische Sprache zu den vertexteten Geschichten unterschiedlicher Lebensphasen zu finden. Es dauerte aber enorm lange, ehe ich meine Songs fertig hatte, vorspielbereit. Das dauerte, ehe sich in mir eine gewisse Entscheidungskraft,-freude heranbildete…“so, das lass ich jetz so…jau, ein guter Schluss  u n d  ..  das war´s“ (erstmal). Die kleinen Solo-,Duo-und Bandgeschichtchen ab 15, 16 waren dabei sehr hilfreich, im Laufe dieser Jahre meine Identität als Musiker  zu finden. Aber während musikalische Aktivitäten begannen, merkte ich, dass mir dabei ´irgendwas fehlte´. Am meisten erfüllte es mich, wenn ich mich mit der Sinnfrage musikalisch, textlich auseinandersetzte. Dann begann sich die innere Leere wieder langsam zu ´füllen´.  Es brachte mir eine ganze Menge, Persönliches in Songs unterzubringen. Die Musik brachte mir zwar kein Erfolg oder Geld. Gab mir aber trotzdem persönlich Erfolg und viel an Lebensqualität. Ich fand mehr und mehr Spaß daran, meine Erfahrung musikalisch zu reflektieren. hineingleitenHP Und – mir imponierten immer mehr diese Leute, die nicht Musik machten, um berühmt und berüchtigt/beliebt  zu werden;  sondern einfach nur lebten, mit ihrer Musik. Und so ihren eigenen Erfolg hatten. Den Erfolg, sie selbst zu sein. Ihre Identität gefunden zu haben ohne dass sie sich verbogen. Sich auszudrücken können. Da, wo Worte nicht mehr ausreichen. Der ´Erfolg´ ergab sich dann entweder fast automatisch, wenig oder garnicht.  ( All das blieb/bleibt natürlich verbunden mit viel, viel ernsthaftem, konzentriertem Üben und mit den darauffolgenden Gigs, wobei Vitamin B dabei immer noch eine große Rolle spielt). Zu leben, darauf kommt´s an. Es zu verarbeiten, genießen und zu begreifen – wenigstens ansatzweise -, das, fand ich raus, ist wichtiger, als Medienfutter und Anbetungsobjekt für eine gewisse Illusionszeit für einen selbst und für andere zu sein. Wieviele streben das an und erreichen es sogar. Wehe, man glaubt dem Erfolg und transportiert dieses angetragene Selbstbild wirklich auf sich, glaubt daran. Identifiziert sich damit. Dann diese Zeit der Selbstlüge, gepaart mit fehlender oder ungenügender Selbstkenntnis. Zu glauben, man sei wirklich und ausschließlich diese  besondere, über andere stehende Ausnahme-Person, die da beklatscht wird und überträgt das auf seine Persönlichkeit und sieht sich meist/immer ´beklatscht´, ob im Alltag oder auf der Bühne – oder alleine unter der Dusche – … danach das Loch, in das viele fallen nach ausbleibendem ´Erfolg´. Und dann die Versuche, das Loch zu stopfen. Mit Sex, Drugs and Rock´n Roll. Und dann wird man 27 …   Oder wenn der beklatschte Lebensstil aufrechterhalten wird…man aus dieser Abhängigkeit nicht mehr herauskommt, nicht mehr heraus will .. Abgesehen davon habe ich großen Respekt vor den Musikern, die ohne einen ´Begleitberuf ´ im Bereich Musik arbeiten. Hier beißen sich viele mit vielen großen, persönlichen Opfern durch, nur um größtenteils aktiver Musiker / aktive Musikerin zu bleiben. Man muss eine gewisse trotzige, kompromisslose Perspektive haben, die einer tiefen, persönlichen Überzeugung entspringt, um das anzugehen. Und durchzuhalten. In dieser Lebensphase sind stabile Beziehungen ein Luxus. Meist muss darauf verzichtet werden.  Da ich durch meinen Beruf lange nicht mehr so in der Musikszene umherschwirre, weiß ich nur von wenigen, die ein so großes Durchhaltevermögen besitzen. Und das seit Jahrzehnten! Es hängt auch viel damit zusammen, welche Schlüsselpersönlichkeit man wann und wo trifft, um reale Zukunftspläne zu schmieden und durchzuziehen. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit den richtigen Personen zu sein. Dieses Optimum erlebt nicht jeder. beautiful flower_2429331916 Kopie Später kam das Instrument Stimme dazu. Damit fing ich schon früh an. Ich begann, immer ernsthafter Songs zu schreiben. Und das war die Zeit der 6oer, 7oer. Diese Musik prägte mich mit und half mir, mich auszudrücken. Woodstock war ein Aufbruch, gesellschaftlich und politisch motiviert und gab mir anhaltend zu denken. Aus diesem Stück Zeitgeschichte lernte man wieder neue Denkanstöße und Musikrichtungen kennen. Und allmählich entwickelte sich eine bestimmte Lebensauffassung und ein bestimmter Musikgeschmack. Ein weiterer Aspekt für  mich wurde für mich wichtiger. Da ich schon als kleines Kind Gott kennenlernen durfte, war es für mich normal, mit dieser Thematik umzugehen. Vermisste aber in den meisten Songs, die ich schätzen lernte, dass von ihm geredet wurde. Selten gab es Hinweise, die ich für mich persönlich positiv auswerten konnte.  ( Heutzutage scheint es normaler geworden zu sein, über Gott und die Welt zu reden / singen: U2, Stryper, Petra / John Schlitt, etc sind ein gutes Beispiel dafür. ) Da kam es für mich sehr gelegen, Mitte der 7oer  Gleichaltrige aus Hannover kennenzulernen, die ebenfalls Erfahrungen mit Gott machten, ihr gesamtes Leben nach ihm ausrichteten. Das war ernster gemeint als unpersönliche Religiösität, jahresfestabhängiger, routinierter Kirchgang. Es war sehr imponierend für mich – wobei das Imponieren gar nicht ihre Absicht war, es wirkte aber entsprechend auf mich – und ist es bis heute für mich. ( Hier wiederum fand ich sehr viel MusikerInnen in ihrem Medienangebot, die international unterwegs waren, erstaunlich ausdrucksstark waren, ihre Instrumente gut beherrschten: Die USler Phil Keaggy, Larry Norman, die kanadische Gruppe Deliverance. Diese Gruppe durfte ich sogar im Leine-Domizil erleben. Eine Institution in Hannover, die in ihrem Angebot und ihrem  ´musikalischen Klima ´ damals einzigartig war ).  Nach einiger Zeit stieg ich in die o.e. RockFormation ein und mischte ungefähr ein Jahr – oder etwas länger? – mit. Später reiste ich mit dem Sänger dank seiner guten Kontakte in Deutschland und Österreich herum. Hier ergab sich die Gelegenheit, eigene Songs vorzustellen.  Endlich ! tastenKlein   liegendeMartinKlein Eine weitere Live-Möglichkeit gab es für mich viele Jahre später ( Anfang 9oer ), als Keyboarder mit der hannoverschen Gospel-Group Big Mama & The Golden Six herumzureisen. Mit dieser Gruppe geübt und und  live gearbeitet zu haben war eine meiner wertvollsten Erfahrungen.bigmamaKlein Im Laufe meines persönlichen Lebens gab es viele Hochs und Tiefs, wie bei uns allen. Aber darüber zu singen und zu spielen, war und ist eine große Motivation für mich. Hier Ausdrucksmöglichkeiten auf Tasten und Saiten zu finden, hat mich bis heute nicht losgelassen. Dann begann ich in den 8oern mit Homerecording.Damals noch mit einem richtigen Tonbandgerät! Sony TC 63o D ! Yeah ! Alleine und mit einem Freund zusammen gab es viele gute Ideen.gretschKlein

                       diemartinfürdamals

In den 9oern ging es dann in ein Studio, das mir empfohlen wurde. Es ist nicht selbstverständlich. Aber hier traf ich auf einen Arrangeur, der meine Musik verstand, die ich vorschlug und Erstaunliches daraus machte. Das traf sich gut, denn ich hatte mich für ein Arrangement dieser Stücke nicht festgelegt und seine Ideen bereicherten die Stücke auf eine Art und Weise,                                                                             realweeldie ich sehr begrüßte, die auch nicht im Widerspruch zu ihrer Aussage standen.

Viele dieser Ideen aus dieser Zeit werden bestimmt in den nächsten Jahren wieder aufgegriffen werden. Entweder live oder auf CD. Wahrscheinlich beides.gesangLiveKlein

Dann ergaben sich weitere Studioprojekte im Zusammenhang mit laufenden Gruppenformationen, perfGiftBandKleindie stilistisch in Richtung Rock (ProgressiveArtRock) ging. Selbstgeschriebenes wurde arrangiert und öfter live ausprobiert. Eine wichtige Erfahrung, die ich nicht missen möchte.  

Gott sei Dank ! habe ich die Studio-Projekte nie aufgegeben und seit einiger  Zeit in diesem neuen Jahrtausend gibt es deshalb die neueste ( Solo-) Produktion ´Peace To You ´( 2o13 ). Arrangiert (diesmal hatte ich genauere Arrangement-Vorstellungen ), weltklasse gemixt von dem Partner der Sängerin des oben erwähnten GospelChors ( der bis heute live unterwegs ist ), der schon vor über 1o Jahren für mich Songs aufnahm und abmischte . So traf ich auf eine vertraute Person, der selbst auch Musiker ist-wichtig! und darüberhinaus auf unerwartet großes Verständnis meiner Musik bei ihm. Der Sound meines Albums übertrifft deshalb meilenweit meine Erwartungen. Es ist eine großartige Geschichte, wenn Erträumtes nicht nur wahr wird, sondern noch die eigenen Vorstellungen übertrifft

unterwegs2 unterwegsIon stage    

imWasserKlein                        – weeiiiit übertrifft … 🙂